Museum Langenargen

Kunst-Schatzkästchen am Bodensee

Museum Langenargen

Mitten in Langenargen, gegenüber der spätbarocken Pfarrkirche St. Martin und dem angebauten Hospital zum Hl. Geist, befindet sich im ehemaligen Pfarrhof das Museum Langenargen heute ein international bekanntes Kleinod am Bodensee. Die Sammlung umfasst Kunstwerke und Zeugnisse aus der über 1200-jährigen Geschichte Langenargens und der damit eng verknüpften Geschichte der Grafschaft Montfort. 

Zu den Exponaten zählen herausragende Gemälde, Plastiken, Grafiken, aber auch Münzen und Medaillen vom Mittelalter bis in die Gegenwart, deren Schöpfer*innen dem Bodenseeraum und Langenargen in besonderer Weise verbunden sind. Neben dem romanischen Gebo-Kreuz präsentiert das Museum unter anderem Gemälde des aus Langenargen stammenden Barockkünstlers Franz Anton Maulbertsch und seines Schülers Andreas Brugger.

Kunst des 20. Jahrhunderts bildet einen Hauptschwerpunkt, der momentan um Gegenwartspositionen erweitert wird. Dazu gehören hochkarätige Bestände von Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann sowie von Jan Balet. Auch die Maler*innen Maria Caspar-Filser, Karl Caspar, Felicitas Köster-Caspar, André Ficus und Julius Herburger sowie die Bildhauer*innen Hilde Broër und Berthold Müller-Oerlinghausen sind mit wichtigen Werken vertreten.

Sommerausstellung 2022:

Fritz Steisslinger – Faszination WasseR

Wasserbilder zwischen Alb, Bodensee und Brasilien

Das Element Wasser fasziniert durch seine Unbeständigkeit und die Vielfalt seiner Erscheinungsformen. Es gilt als Symbol des Lebens, der Lebenskraft, der Erneuerung und Reinigung, aber auch der Bedrohung und bietet darüber hinaus spannende Möglichkeiten zur künstlerischen Auseinandersetzung mit Farbe, Licht und Atmosphäre.

Wasser ist ein Leitmotiv im vielfältigen Œuvre von Fritz Steisslinger (1891–1957), den man zu den bedeutendsten Malern im südwestdeutschen Raum zählen muss und den es vielerorts noch zu entdecken gilt. Mit Werken aus über vier Jahrzehnten führt die Ausstellung eindrucksvoll vor Augen, wie facettenreich und sensibel Steisslinger sich der Herausforderung stellte, die Beschaffenheit des Wassers mit seiner Kunst zu erkunden.

Wasser begegnet uns bei Steisslinger als Sphäre der Natur, der Freizeit oder der Arbeit in Form von Teichen, Seen, Flussläufen oder Meer, aber auch als Regen, Wolken und Schnee. Ruhige spiegelnde Flächen kommen dabei ebenso vor wie nuancenreiche, geradezu abstrakte Wellengefüge. Die Materialität dieser Bilder verdankt sich ebenfalls dem Wasser, denn Steisslinger bevorzugte die Technik der Aquarell- und Deckfarbenmalerei, die er virtuos beherrschte. Das Verlaufen flüssiger Farbe machte er zunehmend zum Ausgangspunkt kraftvoller Kompositionen.

Das flüssige Element reflektiert mit seiner Nichtfixierbarkeit letztlich das Leben und die Kunst Fritz Steisslingers. Zu Recht gilt er als Vertreter der sogenannten "Verschollenen Generation" von "Expressiven Realisten", die aufgrund der Nazizeit und der Dominanz ungegenständlicher Kunst nach 1945 lange Zeit vernachlässigt wurden. In der Ausstellung kann man sich jedoch davon überzeugen, dass Steisslingers stilistische Bandbreite größer ist, als es derartige kunsthistorische Schubladen suggerieren.
 

Flyer zur Ausstellung

Wir werden zudem Zeugen eines rastlosen Reisenden, der sich weltweit der schwierigen Aufgabe verschrieben hat, die Unbeständigkeit des Wassers in lebendige, markant-expressive Bilder zu bannen. Das Motivrepertoire reicht vom Garten seiner Villa in Böblingen über die Schwäbische Alb und den Bodensee bis hin nach Venedig, Berlin, zur Ostsee sowie schließlich bis nach Brasilien, wo Steisslingers Werk 1934 und ab 1947 in einer ausdrucksstarken Farbenpracht kulminieren sollte, die ihresgleichen sucht.

Schauen Sie vor dem Besuch den informativen Rundgang durch Fritz Steisslinges Künstlerhaus in Böblingen an, um die Ausstellung noch mehr zu genießen.

Kommentierter Rundgang durch das Fritz Steisslinger Künstlerhaus in Böblingen - YouTube

Weitere interessante Informationen zum Künstler finden Sie unter:

Sonder- und Dauerausstellung im Dialog

Um der Faszination von Wasser auch in den Bildern anderer namhafter Künstler:innen nachzuspüren, wurde die Dauerausstellung in großen Teilen neu gehängt und gezielt um Leihgaben ergänzt.

Die Präsentation umfasst hervorragende Werke vom Mittelalter bis zur Gegenwart, darunter von Hans Purrmann und Mathilde Vollmoeller-Purrmann – einer der Schwerpunkte des Museums. Vertreten sind darüber hinaus der Bodenseemaler André Ficus, Andreas Asper, Karl Caspar und Maria Caspar-Filser sowie Dieter Groß, Julius Herburger, Christian Landenberger und – mit einer Extraprise Humor – Jan Balet und Karl Hurm.

Wichtig: Aufgrund der aktuellen Coronalage und -vorschriften gelten andere Öffnungszeiten, die sich jederzeit ändern können. Informieren Sie sich deshalb vor Ihrem Besuch unter www.museum-langenargen.de auf der Facebook-Seite des Museums.

 

Folgende Öffnungszeiten gelten momentan:

  • 27. März (Eröffnungssonntag): 11 bis 17 Uhr
  • Danach: Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage: 14 bis 17 Uhr

 

Führungen

Öffentliche Führungen immer mittwochs um 17 Uhr (zuzüglich 3 Euro zum Eintritt, ohne Voranmeldung)

Buchung von Sonderführungen (auch für Gehörlose) unter kunstvermittlung@museum-langenargen.de (Führungsgebühr: 30 Euro zuzüglich ermäßigter Eintritt pro Person)

 

Sonderveranstaltungen

Sonderveranstaltungen sind geplant. Wir informieren Sie darüber rechtzeitig unter www.museum-langenargen.de.

 

Preise:

Erwachsene:5,00 Euroab 18 Jahre
Ermäßigte:4,00 EuroRentner, behinderte, Auszubildende, Studierende, Gäste mit EBC
Freier Eintritt:0,00 EuroGäste aus Langenargen mit der EBC, Gäste mit der Bodensee Card Plus, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Zur Geschichte des Museums

In den 1970er Jahren sollte der verwahrloste, zwischen 1735 und 1740 erbaute ehemalige Pfarrhof einem modernen Wohnhaus weichen. Doch die Baugesellschaft hatte nicht mit dem Widerstand der Langenargener gerechnet. Aufgrund eines Bürgerbegehrens wurde das spätbarocke Gebäude 1973 unter Denkmalschutz gestellt und der Abrissplan konnte somit vereitelt werden.

Als Prof. Eduard Hindelang 1970 das Ausstellungsprogramm für die 1200-Jahrfeier von Langenargen organisierte, kam ihm der Gedanke an ein bleibendes Museum – ein Gedanke, der ihn seitdem nicht mehr losließ. Er begeisterte seine Mitbürger, gründete 1975 einen Museumsverein und wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Gemeinde kaufte das im Verfall begriffene Haus. Von Anfang an stand die gesamte Museumsarbeit auf ehrenamtlicher Basis, viele freiwillige Arbeitsstunden wurden bei der gründlichen Innenrenovierung des Pfarrhofes geleistet. Am 30. Mai 1976 konnte das Museum schließlich eröffnet werden.

Heute ist das Museum mit seiner einzigartigen Sammlung weit über die Bodenseeregion hinaus bekannt. Neue Schätze – von Prof. Hindelang mit sicherem Instinkt aufgespürt und erworben – konnten den Sammlungsbestand des Museums vergrößern. 

2012 trat Dr. Angela Heilmann die Nachfolge von Prof. Hindelang an und leitete die Geschicke des Museums bis zu ihrem Tod 2017. Im November 2018 wurde der Kunsthistoriker Priv.-Doz. Dr. Ralf Michael Fischer zum 1. Vorsitzenden gewählt und übernahm die Leitung des Museums.

Seit Beginn wird das Museum Langenargen auf ehrenamtlicher Basis geführt. Umfasste der Museumsverein anfangs 38 Mitglieder, so sind es heute über 1.000. Da das Haus auf Zuwendungen und ehrenamtliches Engagement angewiesen ist, um zum Beispiel die großzügigen Öffnungszeiten anbieten zu können, sind neue Mitglieder höchst willkommen. 

Den Mitgliedsantrag für das Museum Langenargen finden Sie hier: